Unsigned Untitled Undated

Galerie Vayhinger und der Künstler Tim Beeby zu Gast in Haus 1, Berlin


Eine konzeptuelle Ausstellung mit Werken auf Leinwand von Tim Beeby

Einladung zur Eröffnung am Donnerstag, den 23. November, um 18 Uhr



Die Ausstellung umfasst Arbeiten auf Leinwand aus Tim Beebys Serie Inks – Werke, die auf klassische Art an die Wand gehängt sind und von einem Stapel ähnlicher Leinwände begleitet werden, die an die Wand gelehnt sind. Alle gehängten oder gestapelten Ausstellungsstücke sind unsigniert, unbetitelt und undatiert. Besucher sind eingeladen, eine in der Ausstellung präsentierte Leinwand auszuwählen und sie kostenlos mitzunehmen.


Alternativ dazu können Interessenten entscheiden, die Leinwand vom Künstler signieren und mit Titel und Datum versehen zu lassen und sie dann zu den marktüblichen Konditionen käuflich zu erwerben. Alle signierten und zum regulären Marktpreis erworbenen Leinwände werden fotografisch dokumentiert und in ein digitales Werkverzeichnis eingetragen. Jeder Käufer erhält ein unterschriebenes und datiertes Echtheitszertifikat. Unsignierte Werke dagegen werden nicht fotografisch dokumentiert oder auf andere Art erfasst. In Bezug auf die verwendeten Materialien und das ästhetische Erscheinungsbild sind die unsignierten und die signierten Werke nicht voneinander zu unterscheiden.


Werke unsigniert, unbetitelt und undatiert zu lassen und sie kostenlos verfügbar zu machen, ist eine einfache, jedoch radikale Geste, die mit dem im westlichen Kulturkreis verankerten Prozedere bricht, ein Kunstwerk zu signieren, bevor es in den Kreislauf der kommerziellen und institutionellen Verwertung eingespeist wird. Obwohl das unsignierte Werk ökonomisch wertlos und aus institutioneller Sicht minderwertig ist, besitzt es den gleichen ästhetischen Wert wie ein signiertes Werk. Kunsthistorisch betrachtet wird hier der Prozess invertiert, den ein Readymade durchläuft: Während letzteres ein Alltagsobjekt ist, das durch die Künstlersignatur zum Kunstwerk wird, verlässt die unsignierte Leinwand den Raum der Kunst, um wieder in die Alltags-welt einzutreten und sich dort zwischen unzählige andere Dinge unseres täglichen Lebens einzureihen, die ebenfalls unsigniert sind.


Trotzdem behält das unsignierte Werk etwas von der Aura eines Kunstwerks bei, denn eine aufgespannte Leinwand hat nur einen einzigen denkbaren Zweck, nämlich den, einer Malerei als Träger zu dienen. Dadurch zeichnet sie sich vor allen anderen Medien oder Materialien aus, die in der zeitgenössischen Kunst Verwendung finden.

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Eröffnung am Donnerstag, den 23. November, 18–21 Uhr


Weitere Ausstellungstermine:

Freitag, den 24. November, 15–21 Uhr

Samstag, den 25. November, 15–21 Uhr

Sonntag, den 26. November, 15–21 Uhr


Haus 1 – Waterloo Ufer (Nähe U1 / Hallesches Tor), 10961 Berlin



Veranstaltet von Galerie Vayhinger (Singen/Hohentwiel)

in Kollaboration mit Johanna und Philipp Rentschler (Haus 1/Berlin)